Green IT? 11 Tipps für Unternehmen!

Green IT – das bedeutet, Informations- und Kommunikationstechnologie so ressourcenschonend wie möglich einzusetzen. Das schützt nicht nur die Umwelt, sondern ist auch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive sinnvoll. Wer seine Netzwerke effizient strukturiert und keine überdimensionierten Computer verwendet, spart Stromkosten. Die folgenden Tipps sollen Ihnen helfen, erste Schritte auf dem Weg Richtung Green-IT zu unternehmen.

Die IT-Infrastruktur effizient gestalten

1. IT abschalten

Prüfen Sie in jedem einzelnen Büro, welche IT-Geräte nach Feierabend und am Wochenende tatsächlich eingeschaltet bleiben müssen. Allein durch die Abschaltung des WLANs lässt sich eine Menge Energie sparen. Gibt es Geräte, die gar nicht mehr benötigt werden? Raus damit! Faxe zum Beispiel können heute auch per Computer ganz komfortabel empfangen und versendet werden.

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2. Geräte zentralisieren

Zentralisieren Sie Bürogeräte im Netzwerk, so dass sie von mehreren Mitarbeitern genutzt werden können. Nicht jeder Mitarbeiter benötigt einen eigenen Drucker oder einen eigenen Scanner.

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3. Serverstruktur abspecken

Virtualisieren Sie Ihre Server im Unternehmen. Das heißt: Mehrere einzelne Server werden auf einen einzigen leistungsstarken Server übertragen. Anschließend werden diese Server abgeschaltet, da der leistungsstarke Server ihre Funktionen virtuell übernimmt. Dadurch lässt sich der Server-Energieverbrauch um die Hälfte verringern. Je nach Größe des Unternehmens bietet sich auch die Verwendung eines sogenannten NAS (Network Attached Storage) an. Das spart noch mehr Energie.

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Leitfaden für nachhaltige IT-Infrastruktur

Der Leitfaden der kaneo GmbH zeigt, wie kleine und mittlere Unternehmen nachhaltige Green-IT Lösungen umsetzen können.

Zur Webseite der kaneo GmbH

4. Prozesse automatisieren

Lassen Sie regelmäßige IT-Prozesse wie Backups automatisiert ablaufen. So können Prozesse dann stattfinden, wenn das System freie Kapazitäten hat. Damit werden die vorhandenen Ressourcen effizient genutzt. In kleinen Unternehmen gibt es fast immer freie Kapazitäten. Hier sollten Sie darauf achten, dass diese Prozesse tagsüber im Hintergrund ablaufen, damit nach Feierabend die IT möglichst komplett abgeschaltet werden kann.

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5. Datenmanagement optimieren

Prüfen Sie das Daten- und Dateimanagement in Ihrem Unternehmen – und optimieren Sie es gegebenenfalls. Wenn Mitarbeiter identische Dokumente an verschiedenen Stellen speichern, wird zusätzliche Speicherkapazität benötigt. Das beeinträchtigt die Rechenleistung. Mehr Energie wird benötigt. Dieser Punkt fällt umso mehr ins Gewicht, je größer das Unternehmen ist.

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6. Open Source Software verwenden

Open Source Software ist im Unterschied zur proprietären Software nicht nur kostenlos, sondern lässt sich durch die offenen Quellcodes auch flexibler einsetzen. Besonders bei Server-Betriebssystemen, Webservern und Datenbanken gilt Open Source Software als effizienter. Das heißt: Mit der gleichen Hardware kann mehr geleistet werden. Dadurch ist es auch möglich, ältere, weniger leistungsstarke Hardware weiter zu verwenden oder refurbished Hardware einzusetzen. So werden Ressourcen und Energie gespart. Allerdings: Da ein Wechsel der Software sehr komplex ist, sollte zunächst eine genaue Bedarfsanalyse erfolgen, um Anforderungen der Anwender, Prozesse im Unternehmen und IT-Systeme aufeinander abzustimmen.

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Ökologische Erneuerung der IT

7. Hardware bedarfsgerecht dimensionieren

Überdimensionierte Computer sind ein häufiger Grund für Stromverschwendung in Unternehmen. Wenn Sie den Kauf neuer IT planen, sollten Sie deshalb zunächst ermitteln, was an welchem Arbeitsplatz tatsächlich benötigt wird. Für die Nutzung von Office-Programmen, E-Mails und Internet sind Mini-PCs völlig ausreichend – sie kommen mit 15 bis 25 Watt aus (Desktop-Computer: 50 bis 100 Watt, Laptop: 30 bis 50 Watt).

Noch sparsamer sind Thin Clients. Das sind Computer-Arbeitsplätze, die nur mit Monitor, Tastatur, Maus und Kopfhörern ausgestattet sind. Auf die Software wird per Remote-Desktop über einen Server zugegriffen. Die Vorteile von Thin Clients: ein sehr geringer Energieverbrauch, eine leichtere Administration und die Einsparung von Hardware.

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8. Multifunktionsgeräte anschaffen

Wenn verschiedene Funktionen wie Scannen und Drucken von einem einzigen Bürogerät geleistet werden, wird Energie gespart. In der Regel ist es deshalb ökologischer, ein Multifunktionsgerät zu kaufen. Das ist am Ende effizienter, als die Verwendung von Einzelgeräten.

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Portal für umweltfreundliche ITK-Beschaffung

Das unabhängige und produktneutrale Portal ist eine Initiative des Beschaffungsamtes des Bundesministeriums des Innern und des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

Mehr Informationen

9. Den passenden Drucker wählen

Laserdrucker oder Tintenstrahldrucker? In den meisten Büros werden heute Laserdrucker verwendet. Dabei haben Tintenstrahldrucker in den letzten Jahren einen großen Technologiesprung gemacht. Inzwischen haben sie die deutlich besseren Verbrauchsdaten. Im Druckmodus benötigen Tintenstrahler im Schnitt 10 bis 20 Watt Strom, Laserdrucker hingegen 300 bis 400 Watt.

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10. Auf Gütesiegel achten

Es gibt derzeit keinen Computer am Markt, der vollständig „fair“ bzw. ökologisch produziert ist. Dennoch existieren verschiedene Gütesiegel, die zeigen, welche Geräte welche Standards erfüllen. Zum Beispiel:

  • www.eu-energystar.org ... zeigt, ob ein Gerät stromsparend arbeitet.
  • www.blauer-engel.de ... zeigt, ob ein Produkt einen geringen Energieverbrauch hat und dabei, langlebig und recycelbar ist.
  • www.tcodevelopment.de ... hat sehr viele Kriterien, die in die Bewertung einfließen: Energieeffizienz, Umweltfreundlichkeit, Gehalt gefährlicher Substanzen, ergonomisches Design, Produktlebensdauer sowie unternehmerische Sozialverantwortung in den Produktionsanlagen.

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11. Gebrauchte IT nutzen

Computer müssen nicht immer neu gekauft werden. Auch gebrauchte Rechner genügen professionellen Ansprüchen – wenn sie entsprechend aufbereitet sind. Oft ist diese Alternative günstiger und effizienter, da die Computer passgenauer an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden können. So werden keine Ressourcen verschwendet, und es entsteht weniger Elektronikabfall.

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